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Der, zugegeben, etwas brachiale Titel des Buches soll wohl neugierig machen.

"Hat geklappt!"

 


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von Tilo Schönberg

Vor mir liegen 186 Seiten eines Interviews, das Emran Feroz (»dronememorial.com!) mit Noam Chomsky, einem der wichtigsten Denker unserer Zeit, geführt hat. Feroz macht dass, was wir alle viel öfters machen sollten: der älteren Generation Fragen stellen und – Zuhören! Feroz ist Jahrgang '91, ein (durchaus beachtlicher) Jungspund, der u.a. für „Die Zeit“, die „taz“, „Al Jazeera“ und für die „New York Times“ als freier Journalist tätig ist. Kurz: 21 Jahre jugendliche Drangperiode trifft auf geballte Lebensweisheit – und das ist die Crux des Buches: Noam Chomsky (Jg. '28) wird am 07. Dezember 90 Jahre alt und es dämmert einem gewaltig, das eine gleichwertige Kompetenz weit und breit nirgends in Sicht ist.

Chomsky sagt des öfteren, er wohne im „besetztem Mexiko“ und diese Meinung ist in Tucson / Arizona nicht unbedingt unumstritten. Feroz beginnt das Interview mit der Frage

Besetztes Mexiko oder besetztes, indigenes Land? Wo befinden wir uns denn nun wirklich?

und bekommt eine kurze Runde fundamentales Geschichtswissen über den Aufbau der USA, in der Chomsky auch gleich mit dem Mythos um den zweiten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, das „heilige Recht Waffen zu tragen“, aufräumt.

Feroz stellt Fragen zu den Brennpunkten, quer über unseren Erdball (Europa, Türkei, Naher Osten, Vorderasien, etc.) und Chomsky(?) - Liefert: Argumente & Antworten, die man auch gut für die alltägliche Diskussion mit der Familie, oder mit Freunden, Kollegen und in den sozialen Medien brauchen kann.

Nicht nur wir schauen kritisch über den Großen Teich, auch Noam Chomsky - und ich kann der neugierigen Leserschaft versichern: "Merkel-Deutschland", die hiesige Medienlandschaft und Europa allgemein kommen da mitunter erbärmlich weg. Insbesondere, wenn Noam Chomsky für seine Beurteilung der europäischen Geflüchteten-Politik auf (aus seiner Sichtdurchaus erklärbare!) Nazi-Analogien zurückgreift, wird die ein oder andere Augenbraue hochgehen! Aber Noam Chomsky weiß, wovon er da spricht! Erlebte Geschichte!

Hoffnung macht ihm u.a. Tucson /Arizona, seine derzeitige, multikulturelle Heimat! Hier gibt es z. Bsp. private Initiativen, die den Geflüchteten im Grenzgebiet helfen (etwa bei der Jobsuche, oder durch Anlegen von Wasserdepots in der Wüste und, und, und…)

In Tucson wird deutlich, dass das Land viele Facetten hat und wir in den europäischen Medien nur einen kleinen Ausschnitt präsentiert bekommen. Auch wir haben Zerrbilder vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Kopf, die den vielen Menschen nicht gerecht werden, die sich hier kreativ und engagiert für eine bessere Welt einsetzen.

zitiert aus Kapitel "Optimismus in der Dystoptie" S. 144/145

Das Buch "Kampf oder Untergang! Warum wir gegen die Herren der Welt aufstehen müssen" ist im »Westend-Verlag (Slogan: Bücher für die Wirklichkeit) erschienen.

Jo! FETTE Lese-Empfehlung!